Wenn jede Schraube zählt: Einkauf in der Verteidigungsindustrie
Shownotes
Wie läuft der Einkauf, wenn Bauteile seit den 1970er-Jahren unverändert gebraucht werden, Lieferanten nur wenige und Zulassungen aufwendig sind?
In dieser Folge des BME Podcast KaufKraft - ThemenStark spricht Ralf Konrads, Head of Strategic Procurement und Prokurist bei KNDS Deutschland Tracks GmbH, mit Dr. Charlotte de Brabandt über die besonderen Herausforderungen und Chancen der Beschaffung im Rüstungsumfeld.
KNDS Deutschland Tracks entwickelt und produziert hochbelastbare Ketten- und Fahrwerkskomponenten, darunter Stahl-Systemketten, leichte Laufketten und Gummibandketten, für gepanzerte Fahrzeuge. Das Unternehmen ist Teil der europäischen KNDS Gruppe und liefert robuste Traktionslösungen für Kettenfahrzeuge an militärische Kunden weltweit, vor allem im NATO-Umfeld. Maßstab sind höchste Zuverlässigkeit, Wartungsfreiheit und Einsatzbereitschaft, denn in diesem Umfeld kann Präzision über Leben und Sicherheit entscheiden.
Die Beschaffung in dieser Branche ist einzigartig: Technische Anforderungen auf Ausnahme-Niveau, kleine Stückzahlen, lange Lebenszyklen von Bauteilen, teilweise seit den 1970er-Jahren unverändert und eine begrenzte Lieferantenbasis machen die Arbeit komplex. Neue Teile oder Lieferanten zuzulassen, kann Jahre dauern, echte Fahrzeugtests sind aufwendig, und Zulassungen, Sonderqualifikationen und Exportgenehmigungen gehören zum Alltag. Lieferanten aus zivilen Branchen stoßen hier oft an ihre Grenzen, weshalb partnerschaftliche Zusammenarbeit und langfristige Perspektiven entscheidend sind.
Die Zeitenwende bringt neue Dynamik: Immer mehr Unternehmen und Fachkräfte, die zuvor nicht in der Branche aktiv waren, interessieren sich für die Verteidigungsindustrie. Für Lieferanten wie Fachkräfte ergeben sich damit neue Chancen, von der Mitwirkung an strategischen Lieferketten bis hin zu attraktiven Karriereperspektiven in einem wachsenden, technologisch führenden Umfeld.
Tauchen Sie ein in einen Deep Dive voller Praxiswissen, spannender Insights und echter Einblicke, und erfahren Sie, was den strategischen Einkauf in der Verteidigungsindustrie wirklich antreibt. Jetzt reinhören! 🎧
*Dieses Interview wurde bereits im Dezember 2025 aufgezeichnet.
Transkript anzeigen
00:00:01: Neu bei Kaufkraft, themenstark.
00:00:04: Aufbauend auf Kaufkraft der Incider Talk beleuchten wir ein Schwerpunkt Thema über mehrere Folgen – praxisnah, fokussiert und mit echten Einblicken aus der Praxis für alle die wissen wollen was den Einkauf wirklich antreibt!
00:00:19: Los geht's mit dem Themenschwerpunkt Sicherheit und Verteidigung.
00:00:26: Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert in Kooperation mit Schweizer Fachinformationen, der Plattform für professionelles Wissen.
00:00:34: Wie Sie den Einkauf von Informationen optimieren, erfahren sie auf www.unternehmenswissen.de.
00:00:41: Wir hören
00:00:42: uns!
00:00:46: Einkaufsinteressente herzlich willkommen zu einer Themenstarke Ausgabe des BME Podcast Kaufkraft.
00:00:54: Themen stark und hier gehen wir tiefer!
00:00:57: Im heutigen Deep Dive begrüße ich Herrn Ralf Konrad, Head of Strategic Purchasing von der Firma KNDS Deutschland Tracks GmbH Und gemeinsam blicken wir auf das Fokusthema Beschaffung im Rüstungsumfeld und der Verteidigungsindustrie.
00:01:15: Herzlich willkommen, Ralph!
00:01:17: Schalotte herzlichen Willkommen, vielen Dank!
00:01:20: Danke dass du da bist, Ralph.
00:01:23: Ralph vielleicht erzählst Du uns erst einmal für was die KNDS Deutschland Tracks GmbH so steht?
00:01:30: Vielleicht könntest Du uns für unsere Zuhörer einmal kurz vorstellen.
00:01:35: Schalotta Vielen Dank für die Einladungen.
00:01:37: Es freut mich sehr, heute hier zu sein.
00:01:40: Sie kann das.
00:01:41: Deutschland Tracks GmbH kurz auch K&S Tracks steht für auf höchstem Qualitätsniveau entwickelte und produzierte Ketten aber auch passive Schutz-Elemente für gepanzerte Fahrzeuge.
00:01:54: Für uns ist ein wesentlicher Maßstab dass diese Ketten dauerfest und wartungsfrei ausgelegt werden so dass sie auch jederzeit einsatzbereit sind.
00:02:06: Seit Mitte der neunzehntfünfziger Jahre versorgen wir die deutsche Bundeswehr für alle gebanzenen Kettenfahrzeuge, aber auch zahlreiche weltweit aktive internationale Kunden insbesondere im NATO-Rom mit dem benötigen Kettensystem.
00:02:21: Von unserem Firmensitz in Remscheid zunächst aus Unternehmen im Verbund der Dealgruppe und seit zwei Tausend Fünfzehn unter einem Dach des Fahrzeugsystems Hauses KNDS wurden anfänglich zunächst relativ schwere Systemketten Das lag an den Fahrzeugen, die damals gebaut wurden und seit den Zweitausendern auch zunehmend Leichtgewichtsketten geliefert.
00:02:46: Weil seit diesem Zeitraum die Anforderungen an das Gesamtsystem sich verändert haben.
00:02:53: Unser Verständnis folgend als technologischer Weltenmarktführer bieten wir heute aber auch Grubandketten an und arbeiten an neuen zukunftsorientierten Kackentechnologien, die sich auch gerade in den Zeiten ... seit der Zeitenwende so herauskristallisiert haben dass vielleicht die Marktsituation heutzutage etwas anderes als sie vor- zwanzig-zweiundzwanzig war.
00:03:20: Und wir stehen für Verlässigkeit, Wartungsfreiheit in allen Einsatzzenarien und auch bei unserer Lieferperformance und das sind die Faktoren, diese Abzüge im Vordergrund stehen.
00:03:31: Ich selbst darf die Kindness Tracks seit über dreißig Jahren im Einkauf unterstützen – seit dem Jahr two thousand eight als Leiter des strategischen Einkaufs mit der Verantwortung für den gesamten Einkaufsprozesse und seit Anfang zwanzig vierundzwanzig Jahre als Prokurist.
00:03:46: Mein persönlicher Antrieb jeden Tag ist es aufs Neue mit einem tollen Team und vielfach mit Persönlichem Impulsen in allem über die jahre spannenden Unterorts von Umfeld das Unternehmen in die Zukunft aktiv zu gestalten und das freut mich auf jeden Tag.
00:04:01: Und ich bin auch jeden Tag wieder mit Engagement dabei.
00:04:04: Reif, man hört die Leidenschaft.
00:04:06: ganz lieben Dank für die Einführung!
00:04:08: Ich denke dann lass uns doch direkt einsteigen – die Beschaffung in der Verteidigungsindustrie.
00:04:15: Mensch du hast schon so wunderbar erklärt und es ist wirklich eine ganz andere Welt als in der zivilen Industrie.
00:04:23: Vielleicht könntest Du uns erklären... mit den ganzen Innovationen, die du angesprochen hast wie Gummiketten.
00:04:30: Aber was macht diesen Job so besonders?
00:04:34: Ja ich kann natürlich nicht für die gesamte Verteidigungsindustrie sprechen aber gerade im Umfeld der Landsystem ist es so dass wir sehr hohe Anforderungen an die Bauteile haben und dies eben auch verbunden ist mit einem sehr hohen Qualitätsanspruch und dieser sich häufig aus dem beim ersten Blick herleiten lässt, sondern erst wenn man etwas tiefer und das passt ja zum Thema Deep Dive in die technischen Anforderungen einsteigt, stellt man fest dass häufig die Anforderung sehr hoch sind und von vielen lieferanten oder potentiellen Lieferanten unterschätzt werden und dann entsprechend schwer bedienbar sind.
00:05:13: Und weiter ist natürlich auch so, dass wir einen sehr hohen Qualitätsanspruch haben da an der Zuverlässigkeit unserer Produkte im Zweifelsfall auch Menschenleben hängen können ein Thema was vielen Lieferanten erstmal bewusst gemacht werden muss, weil sie das aus ihrem üblichen Umfeld eigentlich nicht kennen.
00:05:31: Was dann da schwer hinzukommt ist dass wir in unserer Branche häufig aber nicht die Beschaffungstückzeilen haben wie es viele aus der Autorbinustrie kennen und zusätzliche Regularien- und Zulassungkriterien, die eben auch in der Civilianwirtschaft häufig so nicht bekannt sind Erlernt werden müssen quasi umzusetzen.
00:05:53: Dieses Spannungsfeld führte in den letzten Jahren insbesondere vor der Zeit eine Wende dazu, dass wir für viele Bauteile meist nur eine Single oder maximale Dual Source hatten und das hat natürlich viele Vorteile und auch Chancen Aber auch viele Herausforderungen, weil man natürlich dann in der Versorgungskette mit viel mehr Risiken zu tun hat als wenn man aus einem Pool von fünf Zehn Lieferanten schöpfen kann.
00:06:20: Wenn du mich also fragst was meinen Job so besonders macht Dann ist es sicherlich die Notwendigkeit die richtigen Lieferanden zu finden In diesem entsprechenden Umfeld Also Lieferanten die bereit sind sich auf unsere vom normalen abweichenden Markt gegeben halten einzulassen und uns mit uns partnerschaftlich in eine langfristige Zukunft zu gehen.
00:06:41: Unterleben, welches mal hier aufgrund der Zeitenwende aber auch der aktuellen Machtsituation im zivilen Umfeld an einem schnellen Return-of-Invest oder einen schnellen Umsatz interessiert sind kommen dann häufig nicht infrage weil wir doch einer sehr langfristigen Zusammenarbeit interessiert und die Bedarfe richtig zu platzieren, um verlässlich hier in die Verkennung gestalten zu
00:07:10: können.
00:07:11: Danke Ralf für deine Antworten!
00:07:14: Und ich muss sagen... Ich bin wirklich beeindruckt über die hohe Anforderungen und überhaupt die Genehmigung und die Regularien.
00:07:24: Das ist ziemlich Neuland für mich.
00:07:27: Vielleicht kannst du uns dennoch einmal erklären als noch mal als Außenseiterin, warum ist die Beschaffung in der Verteidigung einfach so anders?
00:07:39: Eine sehr gute aber auch nicht einfach zu beantwortende Frage.
00:07:42: Denn erst einmal kaufen wir ja auch nur in einer gewissen Weise spezifizierte Leistungen rein.
00:07:49: Neben den zu vorgeschirrten vorherigenden Grundsituationen finde ich aber ein paar Aspekte ganz typisch.
00:07:56: zum Beispiel ist es so dass unsere Bedarfsflugte fast immer Sonderteile sind die Endprodukte aber meistens einen extrem langen Lebenszyklus haben.
00:08:05: Jeder kennt glaube ich heutzutage mit Erwalder den Kampfpanzer Leopards II und einzelne Teile der Kette, die wir für diesen Panzer produzieren wurden schon unverändert oder wurden in den siebziger Jahren konstruiert und werden seit dem Zeitpunkt auch un verändert von uns bezogen.
00:08:24: Du bist ja selbst im Einkauf tätig und versuch doch heute mal für einen Volkswagen Golf I, der in den ersten Jahren aus neuer Produktionen entsprechende Sehenteil zu beziehen.
00:08:38: Also ein fast unmögliches Unterfangen.
00:08:41: Bei uns ist es aber Standard weil diese Themen eben einfach noch so gebraucht werden und natürlich haben sich die Produktionsfähigkeiten und die Beschaffungsmärkte weiterentwickelt.
00:08:53: Aber wir brauchen genau das was mal in den Neunzeitzelbziger-Achziegejahren konstruiert worden ist Und das in einem Beschaffungsmarkt, den es eigentlich ja quasi nicht mehr gibt.
00:09:03: Weil durch die Globalisierung sind ja viele Teile nach Asien abgewandert.
00:09:08: Wir brauchen aber die Teil eigentlich hier vor Ort und da gibt es zu welchen eine Schraube Wofür wir in Deutschland oder zwar in Europa momentan genau drei Herste identifiziert haben.
00:09:19: Also ist es bei bestimmten Teilen unglaublich schwer überhaupt noch entsprechende Teile zu kriegen.
00:09:27: Ich stelle mir das gerade vor.
00:09:28: Das sind ja Klassikteile!
00:09:31: Und was dann noch in Zukunft ist, dass für viele Bereiche in der Wehrtechnik Sonderqualifikation und Zulassung gefordert werden?
00:09:39: Also man musste jetzt nicht so vorstellen wir hatten schon als Thema mit der Verpflichtung im Zeichen um ins Ausland zu liefern nur gegen Ausvergenehmigung.
00:09:49: aber es ist auch so, dass viele Teile eine Zulassung von Dienststellen erfordern und die Dienststellen eben aufgrund der aktuellen Situation natürlich auch sehr stark ausgelastet sind.
00:10:02: Und wir selbst haben versucht gegen einen Marktbegleiter, das ist bis heute noch nicht qualifiziert weil die entsprechenden Prüfeinrichtungen und Prüfzeiträume noch gar nicht vorhanden sind.
00:10:19: und wenn man es in einem Echt-Test auf ein Fahrzeug erproben würde man eben dafür ein Fahrzeug quasi anmieten oder uns erfüllen stellen müsste.
00:10:31: und diese Fahrzeuge werden eigentlich eher für Serienerprohungen, für Echterprohung gebraucht.
00:10:36: Und deswegen sind Themen bei uns teilweise extrem langwierig.
00:10:40: wenn sie einmal qualifiziert sind dann laufen die natürlich ewig also Leopard II seit den Siebziger Jahren aber der Weg manchmal ist sehr lang.
00:10:49: Das heißt, viele Lieferanten brauchen eine langes Durchhaltevermögen um bei uns entsprechend Fuß zu fassen.
00:10:56: Und das macht es manche auch nicht so einfach
00:10:58: her.
00:11:00: Darf ich nur fragen aus Reine Neugier?
00:11:03: Wenn ihr Verträge abschließt dann beziehen die sich schon auf zehn Jahre und mehr oder?
00:11:13: Eigentlich nicht!
00:11:14: Also in der Zusammenarbeit ja Also wir haben durchaus Rahmenverträge, auch jetzt mit Lieferanten die laufen zwischen bis zu zwei Tausend Dreißig.
00:11:21: Aber die Einzelverträge sind häufig Projektverträge weil der Endkunde auch wiederum ein Projekt orientiert bestellt.
00:11:28: in den letzten Tagen ist durch die Gemäldingen noch gegangen dass zum Beispiel Nierlande und Deutschland zusammen zwei Hundert vierzig Boxer glaube ich beauftragen und das ist dann ein Projekt so und dann beschafft man auch für dieses Projekt die Teile.
00:11:44: Und ob es dann ein Vorgeprojekt gibt, das ist natürlich das was man häufig dann eben noch nicht weiß.
00:11:50: Bei uns ist aber schon so dass es Serienteile sind und unsere Lieferanten in der Regel mit Erfolaufzeit von ungefähr zwölf Monaten wissen was wir dann ungefähr in Teilen abnehmen müssen.
00:12:01: Danke Ralf für die Antwort!
00:12:04: Gleich geht's hier weiter.
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00:13:07: Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Freude beim Hören!
00:13:16: Das bringt mich eigentlich direkt zu der nächsten Frage, wenn wir jetzt auf die Lieferketten-Herausforderung einmal gehen.
00:13:24: Du hast die Lieferketten bereits ein paar Mal schon angesprochen und das ist ja generell ein Thema, dass seit der Pandemie einfach alle Industrien beschäftigt.
00:13:36: Wie ist die Situation speziell in der Verteidigung?
00:13:39: Vielleicht könntest du da noch einmal ein wenig mehr reintauchen.
00:13:44: Ja, da wir und ich glaube das ist oder so wie ich das weiß auch bei vielen anderen Unternehmen in der Branche.
00:13:51: So aufgrund der hohen genannten Technologierentforderung in der Vergangenheit das meiste national- und im näheren europäischen Ausland geschafft haben hat uns bisher die Krisen nicht ganz so getroffen wie es vielleicht viele Zivideunternehmen war oder bei vielen Zivinunternehmen der Fall war.
00:14:12: Wir konnten also auch die Pandemie zum Beispiel ganz gut überstehen, weil wir hier in Europa recht gute Mechanismen entwickelt haben um dem zu entgegnen und wie ja auf die langen Lieferwege aus Asien nicht angewiesen waren.
00:14:28: Und das hat uns wirklich stark durch die Krisen geholfen.
00:14:32: Dieses Netzwerk was was bei uns dann schon in Teilen, schon seit Jahrzehnten besteht konnte auf diese Anforderung immer sehr flexibel reagieren.
00:14:41: Und das ist auch das, was momentan die Stärke ausmacht auf die aktuelle Situation und die Steigungsraten, die in unserer Branche ja gerade sich abzeichnen entsprechend zu reagieren.
00:14:53: erfüllt also unser Netzwerk unsere bestehenden Partnerschaften schon über Jahrzehn sind unsere Stärke eigentlich um heute lieferfähig zu sein.
00:15:02: Im Ausland ist das Sourcing immer ein bisschen kritischer oder schwieriger zu sehen, weil es bei uns häufig mit einem erhöhten Aufwand verbunden ist.
00:15:12: Die Technologie die wir verarbeiten unterliegt heute im deutschen Ausfuhrrecht und insofern brauchen wir allein schon für den Versand von Zeichnungen und technischen Unterlagen ins Ausland häufig eine Ausfugenehmigung.
00:15:27: Und das sind eben auch Themen, die normale Lieferanten oder normale Anbieter aus dem zivilen Bereich häufig nicht kennen und was dann gerade das Vorsicht um Ausland so ein bisschen erschwert.
00:15:40: Unglaublich!
00:15:42: Das sind wirklich alles große Neuigkeiten für mich obwohl ich schon auch sechzehn Jahre mich in der Einkaufsfeld beschäftige.
00:15:50: aber ich hätte jetzt eine weitere Frage einfach zu dir mit vielleicht aktuellen Situationen in Deutschland, lass uns über die vielleicht nochmal auf die aktuelle Situation in Deutschland einmal sprechen.
00:16:03: Du hast die Zeitenwende mehrmals erwähnt.
00:16:06: Wie erlebst du das?
00:16:08: Das ist ein spannendes Thema und vieles wurde ja man konnte es auch dem Medien nehmen bereits realisiert.
00:16:17: ich persönlich und das ist auch an den Kunden Anfragen und Aufträngen zu sehen nehme aber eine deutlich höhere Kunden- und Lieferantenaktivität wahr.
00:16:25: Also wir können uns aktuell vor Anfragen oder von Bewerbern, von neuen Lieferanden fast nicht schützen.
00:16:34: Die aktuelle Situation ist aber glaube ich so dass das viele von den geplanten Beschaffungsformen die wir jetzt in dem Medien immer wieder entnehmen noch vor der Beauftragung stehen insbesondere weil viele nationale, internationale Aufmerkgeber sich auch vielleicht dann noch nicht so abgestimmt haben welche Systeme jetzt wie zu beauftragen sind.
00:16:52: Und in Summe führt das dazu dass wir gut überlegen müssen welche Sicherheiten benutzen aber auch welche sicherheiten wir unseren Partnern bieten können um die erfolglichen Investitionen zu begründen.
00:17:08: und im Endeffekt ist ja so Die Politik und die Öffentlichkeit erwartet, dass wir als Teil der Verteidigungsindustrie unser Beitrag zu dieser Friedenssicherung in Deutschland leisten.
00:17:21: Und bisher gelingt es das ganz gut.
00:17:23: aber Investitionssicherheit ist eben noch genau das Thema wo auch unsere Partnerinnen und Partner fragen was wir ihnen bieten können, damit sie mehr Leistungen erbringen können.
00:17:33: Aber wir arbeiten an dem Themenjahr.
00:17:37: Wenn du in die Zukunft blickst Ralf, wo geht da die Reise hin für die deutsche Verteidigungsindustrie?
00:17:45: Deine Meinung nach.
00:17:47: Wie schon geschildert stellen wir momentan einen unglaublichen Traffic fest und dass sich Zivile unternehmen, die bisher gar nicht in der Branche aktiv waren bei uns bewerben das zeigt mir, dass unsere Branche jetzt wieder akzeptiert wird.
00:18:06: und das war viele Jahre nicht so.
00:18:08: es gab viele Jahre das Thema dass gerade große Konzerne und Player in ihrem Code of Conduct vereinbart oder verankert hatten, dass sie eben genau in die Verteidigungsindustrie nicht rein liefern.
00:18:24: Das hat uns in vielen Bereichen das Sourcing doch schwer gemacht weil wenn man mal so Revue passieren lasst was im Rahmen der Globalisierung passiert ist, dann hat es dazu geführt dass es in bestimmten Machtsegmenten nur wenige Player gibt.
00:18:41: und wenn von diesen wenigen Anbietern schon zwei drei sagen wir wollen die Wertechnik nicht reinliefern.
00:18:47: Dann wird das halt schwieriger.
00:18:50: aber genau diese Hersteller kommen jetzt wieder und wollen einen aktiven Beitrag an unseren Lieferketten leisten Wo wir denken, dass das hingeht.
00:19:03: Dass man wieder verstärkt auch auf Ressourcen zu greifen kann die vielleicht in der Vergangenheit nicht für uns erreichbar waren Man sieht es zwar hier aber auch.
00:19:13: Es gibt den Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
00:19:17: Die Mitglieder zahlen wachsen gerade rapide Weil eben genau das Thema ist, dass viele versuchen in diese Lieferkette oder ihren Beitrag in diesem Bereich zu liefern.
00:19:27: Für die etablierten Unternehmen in der Deutschen Freitagungsindustrie war sie persönlich mindestens bis zum Jahr zwanzig, dreißig, fünfundreißig eine sehr stabile gute Zukunft.
00:19:37: Auch deshalb weil wir in Deutschland glaube ich in vielen Bereichen technologisch führend sind so auch eben mit unseren Ketten.
00:19:45: aber auch für neue Firmen die in dem Bereich aktiv werden wird es mit Sicherheit gut und langfristige Perspektiven geben wenn Sie Ja, wie man es aus anderen Bereichen auch kennt, technologisch innovative Produkte.
00:20:00: Drohnen ist ja momentan so ein Thema.
00:20:02: anbieten aber auch wenn sie bereit sind die Lieferketten der OEMs dauerhaft zu unterstützen.
00:20:09: Das ist eine wahnsinnig tolle Antwort!
00:20:11: Da hast du wirklich sehr viel angesprochen.
00:20:14: ich würde jetzt einmal zu einem anderen Thema kommen.
00:20:19: Das ist wirklich ein Punkt, der mir besonders am Herzen liegt.
00:20:23: Die Menschen!
00:20:24: Du hast erwähnt dass viele Fachkräfte zum Beispiel aus der Automobilindustrie eigentlich perfekt per se für die Verteidigungsindustrie wären aber sie kommen nicht oder bleiben nicht.
00:20:38: Vielleicht können wir uns darüber einmal unterhalten.
00:20:42: Mit einem zwingenden Auge würde ich das vielleicht nicht direkt so sagen.
00:20:45: also Ich glaube dass die von dir genannten Fachkräfte sicherlich gut geeignet wären uns bei einer Herausforderung der kommenden Jahresunterstützen.
00:20:54: Sie müssen aber ein offenes Mindset mitbringen und bereit sein, sich auf das doch andere Umfeld als wir es im zivilen Bereich haben einzulassen.
00:21:04: FIFA ist mir auch so, dass der Digitalisierungskrat in unserer Branche gar nicht so hoch ist wie man den von Autorbuildisten oder Luftfahrt-Unternehmen her kennt.
00:21:13: Das hat schon damit zu tun, dass unsere Netzwerke, unsere IT-Umfelde häufig nach dem BSI Standard ausgerichtet sind und deswegen solche Cloudlösungen nur unglaublich schwer umsetzbar sind.
00:21:26: Und wenn jetzt Mitarbeiter aus der Autobienindustrie kommen die halt gewohnt sind sich in so einem Umfeld zu bewegen müssen sie ja quasi downsizingen.
00:21:34: Das heißt Sie müssten bereit sein wieder so zu arbeiten wie Sie es vielleicht vor drei vier fünf jahrenmal gerohnt gewesen sind und das ist für viele glaube ich schon ein großer Schritt denen sein gehen müssen.
00:21:49: Also deswegen ist es glaube ich ganz wichtig, dass sie zwar mit vielen Fähigkeiten kommen die unsere Branche mit Sicherheit nutzen kann aber auf der Seite müssen wir auch so offen sein, dass die sagen Sie lassen nicht auf diese Branche ein.
00:22:01: Das heißt ich sehe so einen Teil der Bewerbung von Einkäufern aus dem Automotivsektor eher kritisch und schaue beim Unterlagen eher zweimal hin.
00:22:09: sehr spannend.
00:22:12: Vielleicht könntest du noch ein bisschen mehr erzählen über so Karriere-Perspektiven?
00:22:19: Ich denke, die sind momentan überdurchschnittlich hoch in unserer Branche.
00:22:26: Die Verteidigungsindustrie hat seitdem für die Wiedervereinigung von Deutschland viele einschneide Strukturmaßnahmen hinnehmen müssen.
00:22:35: Wir selbst waren in den Achtziger und Neunziger Jahren Anfang der Zwei-Tausendnahmen um die Sechstundanmitarbeiter, dann ist es durch verschiedene Maßnahmen auf unter zwei Hundert gesungen und sind jetzt wieder im Aufbau.
00:22:49: Das heißt, durch diese Strukturmaßnahmen hat es zu vielleicht ungesunden Altersstrukturen in den Unternehmensenthalte auch geführt.
00:22:57: Und wenn man jetzt natürlich nach der zweiten Wende sieht was passiert, dann stehen die Zeichen hier natürlich gut dass die Unternehmen wieder wachsen und gerade für jüngere und bewerber Mitarbeiter denke ich mal, dass es sehr gute Karrierechance im Moment gibt.
00:23:13: Interessant finde ich aber auch das die Unternehmen mit Erweilen durchaus entsprechende Fach- und Führungskräfteprogramme haben und damit für Bewerber aus anderen Branchen durchaus aktuelle Arbeitgebers sein können.
00:23:32: Das sind ja sehr positive Entwicklungen!
00:23:34: Wenn wir auf das nächste Thema Schauen Ausblick in die Zukunft.
00:23:40: Wenn du die wichtigsten Punkte noch einmal zusammenfassen würdest, was würdest du sagen?
00:23:46: In meiner Wahrnehmung blickt die deutsche Verteidigungsindustrie aktuell in ein deutlich positiver Zukunft als vor der Zeitmende.
00:23:55: für interessierte Unternehmen und Fachkräfte ergeben sich glaube ich aus meiner oder daher aus meiner Sicht die besten Einstiegspotenziale seit Jahren Und sie müssen halt nur im Auge behalten, dass die Rahmenbedingungen unserer Branche etwas anders sind.
00:24:13: Insbesondere – aber das gilt natürlich eigentlich immer – ist es wichtig, dass sich die Bewerber, sei es Lieferanten oder auch Mitarbeiterpotenziale ihren speziellen Fähigkeiten bewusst werden und diese mit den Bedürfnissen unserer Branche abgleichen.
00:24:36: Also eine allgemein gehaltete, eher unspezifische Bewerbung wird wie immer eigentlich eher im Sand verlaufen.
00:24:44: Wenn man aber es schafft das gegenüber für sich selbst zu interessieren oder fürs Unternehmen zu interessiert dann glaube ich dass viele Unternehmen die jetzt in unsere Branche da in den Lieferketten kommen wollen aber auch viele bewerbernde Chancen haben werden hier den Einschieg zu fassen und dass das jetzt auch mit einem entsprechenden gewünschten Erfolg darstellen wird.
00:25:09: Ganz toll!
00:25:10: Also Ralf, vielen Dank für dieses Aufschlussreißgespräch.
00:25:14: Das war ein wirklich ganz toller Deep Dive.
00:25:18: Und ja und das war unser Gespräch heute über die Verteidigungsindustrie in Deutschland Mit Ralf Ein ziemlich komplexes Thema.
00:25:27: Ich habe wahnsinnig viel gelernt Und ich finde ein sehr wichtiges Thema.
00:25:32: Und liebe Zuhörer, wenn Ihnen diese Folge gefallen hat dann abonniert unseren Podcast, teilt die Folge mit anderen, die sich für das Thema interessieren können.
00:25:44: und ganz lieben Dank fürs Zuhören!
00:25:46: Und Ralph Danke fürs Einschalten heute!
00:26:06: Eine Produktion des Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V..
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